Wege und Chancen zur Veränderung

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Gemäß der lerntheoretischen Grundlagen vom Verstärkungslernen, der kognitiven Lerntheorien und des Modelllernens kann unerwünschtes, aber „erlerntes“ Verhalten wieder „verlernt“ werden.

Abschirmung von Reizen und Regeln der bisherigen Umgebung und Veränderung des sozialen Milieus durch eine Ortsveränderung bieten dafür ideale Voraussetzungen. Das Fortbestehen der pathogenen Einflüsse wird beseitigt und der Jugendliche erhält die Chance, sein Bewertungssystem zu verändern. Zum Verständnis der schwierigen Situation der potentiell gefährdeten Jugendlichen müssen die lerntheoretischen Grundlagen als Voraussetzung für Rehabilitation und Resozialisierung erläutert werden:

Durch Verstärkungslernen haben die Jugendlichen erkannt, dass ihr norm-abweichendes Verhalten zum folgenden Erleben führen kann: Aggressives Verhalten hilft, ein positiv-attribuiertes Ziel zu erreichen. Der Jugendliche erhält zum Beispiel einen gewünschten Gegenstand, gewinnt Ansehen oder die soziale Anerkennung Gleichaltriger. Aber auch die Schmerz- und Leidensäußerungen eines Opfers können sich positiv verstärkend auswirken. Mangels Alternative provozieren emotionale Antworten darauf eine qualitative und quantitative Steigerung der aggressiven Anteile beim Jugendlichen. Bei negativer Verstärkung wird der unangenehme Zustand oder die vermeintliche bzw. tatsächliche Bedrohung durch aggressives Verhalten verringert oder beseitigt. Schmerz, Wut und Ärger werden abgebaut.

Dulden solchen Verhaltens durch Eltern, Schule und Umwelt, also das tatenlose Zuschauen wirkt auf die Jugendlichen - im Gegensatz zum nicht beachten - verstärkend, da sie aus dieser Haltung eine stillschweigende Zustimmung zu ihrer Aggression ableiten. Nach der kognitiven Lerntheorie hat der Jugendliche zu den möglichen Konsequenzen seines Verhaltens eine Erwartung. Diese ist für ein bestimmtes Handeln in bestimmten Situationen mehr oder weniger gewiss.

Die subjektive Bewertung der Wahrscheinlichkeit, dass die Erwartung eintritt, ist den unterschiedlichen Erfahrungen des Jugendlichen entsprechend, unterschiedlich hoch. lst die individuell gemachte Erfahrung, dass aggressives Verhalten durch Besitz, Status und ähnliches positiv verstärkt wird, so entspricht die subjektive Erfahrung dieser Erwartung.